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Montag, 6. April 2009

Taxi Driver



Taxi Driver
Taxi Driver
Drama
USA 1975

Meisterregisseur Martin Scorsese zeigt in seinem wohl berühmtesten Film einen einsamen Menschen im Dschungel der Großstadt: den Taxler Travis Bickle, der durch einen brutalen Amoklauf auf sich aufmerksam macht, als er eine minderjährige Prostituierte aus den Händen ihrer Zuhälter befreit – und dadurch zum Helden wird. „Taxi Driver“ verdient Kader für Kader das Prädikat Kultkino. Sowohl Scorsese (Regie) als auch Paul Schrader (Drehbuch), Robert De Niro (männliche Hauptrolle), Jodie Foster (weibliche Hauptrolle) und Harvey Keitel (Nebenrolle) stiegen mit diesem Streifen in die höheren Sphären Hollywoods auf.

Schauspieler:
Robert De Niro (Travis Bickle), Peter Boyle (Wizard), Jodie Foster (Iris), Harvey Keitel (Sport), Martin Scorsese (Passenger), Cybill Shepherd (Betsy), Steven Prince (Andy, Waffenhändler), Albert Brooks (Tom)

Regie:
Martin Scorsese

Drehbuch:
Paul Schrader

Kamera:
Michael Chapman

Musik:
Bernard Herrmann

Bewertung:
++ooo

Die Blechtrommel



Die Blechtrommel
Le Tambour
Drama
D/F 1979

Nach dem Roman von Günter Grass

In Anlehnung an den gleichnamigen Romanbestseller von Günter Grass erzählt Volker Schlöndorff die Geschichte des kleinen Oskar Matzerath (David Bennent), der im Alter von drei Jahren beschließt, aus Protest gegen die unzulängliche Welt der Erwachsenen nicht mehr wachsen zu wollen, und fortan als Zwerg das Zeitgeschehen kommentiert. Oskars Markenzeichen ist die Blechtrommel und seine Zeit der unaufhaltsame Aufstieg der Nazis und der Zweite Weltkrieg, den er als Mitglied eines Liliputaner-Fronttheaters er- und überlebt.

Schauspieler:
David Bennent (Oskar Matzerath), Angela Winkler (Agnes Matzerath), Mario Adorf (Alfred Matzerath), Daniel Olbrychski (Jan Bronski), Katharina Thalbach (Maria), Heinz Bennent (Gemüsehändler Greff), Daniel Olbrychski (Jan Bronski)

Regie:
Volker Schlöndorff

Drehbuch:
Volker Schlöndorff, Franz Seitz, Jean-Claude Carrière

Kamera:
Igor Luther

Musik:
Maurice Jarre

Bewertung:
+++++

Donnerstag, 19. März 2009

Samaria



Samaria
Samaria
Drama
ROK 2004

Regisseur Kim Ki-Duks traurigster und poetischster Film zum Thema Prostitution. Ohne erhobenen Zeigefinger baut er sein Werk auf wie eine griechische Tragödie, die ihren Plot mit der üblichen Unausweichlichkeit darbietet. Zwei koreanische Mädchen, die nach Europa reisen wollen, verkaufen ihre Körper. Sie sehen das eher als kindliches Spiel denn als Ernst des Lebens.

Schauspieler:
Uhl Lee (Young-Gi), Ji-Min Kwak (Yeo-Jin), Min-Jung Seo (Jae-Young), Kwo Hyun-Min (Verkäufer), Oh Young (Musiker), Im Gyun-Ho (Tidili Mann), Lee Jong-Gil (Glücklicher Mann)

Regie:
Kim Ki-Duk

Drehbuch:
Kim Ki-Duk

Kamera:
Sun Sang-Jae

Musik:
Park Ji

Bewertung:
+++oo

Donnerstag, 5. März 2009

Durchgeknallt



Durchgeknallt
Girl, Interrupted
Drama
USA 1999

Nach der Vorlage von Susanna Kaysen

Verwirrt, unsicher, aufsässig – die 17-jährige Susanna Kaysen ist wie die meisten Teenager in den späten 60er-Jahren. Wegen eines halbherzigen Selbstmordversuchs muss sie in eine geschlossene Anstalt. Dort freundet sie sich mit der charismatischen Soziopathin Lisa an, die sie ebenso verehrt wie fürchtet. Bald wird Susanna klar, dass sie wieder frei sein möchte. – Bewegendes Psychogramm und ein Schrei nach Menschlichkeit, Angelina Jolie erhielt einen Oscar

Schauspieler:
Winona Ryder (Susanna Kaysen), Angelina Jolie (Lisa), Vanessa Redgrave (Dr. Wick), Whoopi Goldberg (Valerie), Clea DuVall (Georgina), Brittany Murphy (Daisy), Elizabeth Moss (Polly)

Regie:
James Mangold

Drehbuch:
Anna Hamilton Phelan, James Mangold, Lisa Loomer

Kamera:
Jack N. Green

Musik:
Mychael Danna

Bewertung:
+++++

Montag, 2. März 2009

Cocktail



Cocktail
Cocktail
Drama
USA 1987

Nach seinem Militärdienst jobbt Brian als Barkeeper. Der taffe Doug nimmt ihn unter seine Fittiche. Bald zieht Brian Nacht für Nacht eine heiße Show ab. – Mäßig rührende Erfolgsstory

Schauspieler:
Tom Cruise (Brian Flanagan), Bryan Brown (Doug Coughlin), Elisabeth Shue (Jordan Mooney), Lisa Banes (Bonnie), Laurence Luckinbill (Mr. Mooney), Kelly Lynch (Kerry Coughlin), Gina Gershon (Coral)

Regie:
Roger Donaldson

Drehbuch:
Heywood Gould

Kamera:
Dean Semler

Musik:
J. Peter Robinson

Bewertung:
+++oo

Freitag, 27. Februar 2009

Fight Club



Fight Club
Fight Club
Drama
USA 1999

Nach dem Roman von Chuck Palahniuk

Ein depressiver Angestellter (Edward Norton), der am Sinn seines Lebens zweifelt, findet einen seltsamen Guru (Brad Pitt), der durch Schmerz zur Wahrheit führen will. David Finchers „Fight Club“ ist ganz sicher einer der außergewöhnlichsten Filme aus dem Hollywood der neunziger Jahre. Gewalt, Zerstörung, Macho-Riten, Revolution, Gesellschaftskritik, Geniekult und Achselschweiß – aber trotz aller Brutalität „ein Film zum Lachen und kein Schulungsvideo für Nachwuchsterroristen“, meint der Regisseur.

Schauspieler:
Edward Norton (Erzähler), Brad Pitt (Tyler Durden), Helena Bonham Carter (Marla Singer), Meat Loaf (Robert 'Big Bob' Paulson), Zach Grenier (Richard Chesler), Jared Leto (Angel Face), Richmond Arquette (Intern), David Andrews (Thomas), George Maguire (Group Leader), Eugenie Bondurant (Weeping Woman)

Regie:
David Fincher

Drehbuch:
Jim Uhls, Art Linson

Kamera:
Jeff Cronenweth

Musik:
The Dust Brothers, Tom Waits, Frank Black, Hive, John King, Michael Simpson

Bewertung:
+++++

American History X



American History X
American History X
Drama
USA 1998

Derek Vinyard sitzt wegen Mordes ein. Im Gefängnis wandelt er sich vom Nazi zum Antifaschisten. Nach seiner Haftentlassung will Derek auch seinen kleinen Bruder Danny aus der White-Power-Szene herausholen. Dafür legt er sich mit deren Anführer an und paktiert mit dem „Feind“, Dannys Schuldirektor. – Kraftvoll und intensiv gespielt

Schauspieler:
Edward Norton (Derek Vinyard), Edward Furlong (Danny Vinyard), Elliott Gould (Murray), Fairuza Balk (Stacey), Beverly D'Angelo (Doris Vinyard), Avery Brooks (Bob Sweeney), Stacy Keach (Cameron Alexander)

Regie:
Tony Kaye

Drehbuch:
David McKenna

Kamera:
Tony Kaye

Musik:
Anne Dudley

Bewertung:
+++++

Donnerstag, 26. Februar 2009

Das Haus am Meer



Das Haus am Meer
Life As A House
Drama
USA 2001

Ein Mann (Kevin Kline), Diagnose Krebs im letzten Stadium, baut ein Haus, um an der Schwelle des Todes den Sinn seines Lebens und die Liebe seiner Familie wiederzufinden. Natürlich kommt so eine Geschichte nicht ohne Tränen aus – aber wie Regisseur Irwin Winkler Gefühle erzeugt, ohne dabei in Kitsch abzugleiten, allein schon das ist sehenswert.

Schauspieler:
Kevin Kline (George Monroe), Kristin Scott Thomas (Robin Kimball), Hayden Christensen (Sam Monroe), Jena Malone (Alyssa Beck), Mary Steenburgen (Coleen Beck), Mike Weinberg (Adam Kimball), Scotty Leavenworth (Ryan Kimball)

Regie:
Irwin Winkler

Drehbuch:
Mark Andrus

Kamera:
Vilmos Zsigmond

Musik:
Mark Isham

Bewertung:
+++++

Mittwoch, 25. Februar 2009

25 Stunden



25 Stunden
The 25th Hour
Drama
USA 2002

24 Stunden bleiben dem Ex-Dealer Monty Brogan noch, bevor er wegen Drogenbesitzes für sieben lange Jahre in den Knast wandert. Irgendjemand aus seinem Freundeskreis hat die Polizei offenbar auf seine Spur gebracht. Deswegen trifft sich Monty an seinem letzten Abend in Freiheit noch einmal mit all den Personen, denen er bislang vorbehaltlos vertraut hat. In dieser Runde sind neben seiner atemberaubend schönen Freundin auch zwei seiner besten Freunde: Der Broker Slaughtery der ständig um seinen Job fürchtet, und der schüchterne Highschool-Lehrer Jacob. Zusammen mit ihnen zelebriert Monty das Ende seines bisherigen Lebens in einem der angesagtesten Clubs von New York. Im Geiste durchleben die Freunde noch einmal die vergangenen Jahre und die Bedeutung ihrer gemeinsamen Freundschaft. Doch das gegenseitige Misstrauen schwebt wie eine explosive Wolke über dieser Gemeinschaft, bis sich die aufgestauten Spannungen in einem überraschenden Ende entladen.

Schauspieler:
Edward Norton (Monty Brogan), Philip Seymour Hoffman (Jakob Elinsky), Barry Pepper (Frank Slaughtery), Rosario Dawson (Naturelle Rosario), Anna Paquin (Mary D'Annunzio), Brian Cox (Montys Vater), Tony Devon (DEA Agent Allen)

Regie:
Spike Lee

Drehbuch:
David Benioff

Kamera:
Rodrigo Prieto

Musik:
Terence Blanchard

Bewertung:
++++o

Freitag, 20. Februar 2009

Der Club der toten Dichter



Der Club der toten Dichter
Dead Poets Society
Drama
USA 1988

Neuengland, 1959: Der Lehrer John Keating tritt eine Stelle in einem erzkonservativen Internat an. Er will die Schüler zu Freidenkern erziehen und ihren Sinn für Poesie schärfen. Auf sein Zutun beleben die Kids den geheimen „Club der toten Dichter“ wieder. Damit bringt Keating sowohl Kollegen als auch Eltern gegen sich auf. – Komisch, herzzerreißend, mit tiefgründiger Botschaft

Schauspieler:
Robin Williams (John Keating), Robert Sean Leonard (Neil Perry), Ethan Hawke (Todd Anderson), Josh Charles (Knox Overstreet), Gale Hansen (Charlie Dalton), Dylan Kussman (Richard Cameron), Allelon Ruggiero (Steven Meeks)

Regie:
Peter Weir

Drehbuch:
Tom Schulman

Kamera:
John Seale

Musik:
Maurice Jarre

Bewertung:
+++++

The Green Mile



The Green Mile
The Green Mile
Drama
USA 1999

Nach dem gleichnamigen Roman von Stephen King

Paul Edgecomb (Tom Hanks) war Wärter im Todestrakt einer Südstaaten-Gefängnisanstalt. Seine Aufgabe war es, die Todeskandidaten zum elektrischen Stuhl zu geleiten. Jetzt, im Altersheim, erinnert er sich schmerzlich an eine denkwürdige Begebenheit: Einst wurde ein farbiger Riese, schuldlos zum Tod verurteilt für einen Doppelmord an kleinen Mädchen, in Edgecombs Trakt überstellt. Dieser Mann namens Coffey (Michael Clarke Duncan) entpuppte sich, während er auf seine letzte Stunde wartete, als gottgesegneter Wunderheiler – und sorgte für allerlei emotionale Ausbrüche.

Schauspieler:
Tom Hanks (Paul Edgecombe), Michael Clarke Duncan (John Coffey), David Morse (Brutus 'Brutal' Howell), Bonnie Hunt (Janice Edgecombe), James Cromwell (Hal Moores), Michael Jeter (Eduard 'Del' Delacroix), Graham Greene (Arlen Bitterbuck)

Regie:
Frank Darabont

Drehbuch:
Frank Darabont

Kamera:
David Tattersall

Musik:
Thomas Newman

Bewertung:
+++++

Donnerstag, 12. Februar 2009

Instinkt



Instinkt
Instinct
Drama
USA 1999

Nach einer Vorlage von Daniel Quinn

Seit Jahren meidet Dr. Ethan Powell (Anthony Hopkins) die Menschen, um völlig abgeschieden von jeder Zivilisation im afrikanischen Dschungel die Lebensgewohnheiten der Berggorillas zu erforschen. Als Wilderer seine Idylle bedrohen, meldet sich der exzentrische Anthropologe mit einem Knalleffekt in der Gesellschaft zurück: Er wird zum Mörder. Wie tierisch können die Instinkte eines Menschen werden? Im Gefängnis versucht ein Polizeipsychiater (Cuba Gooding jr.) den Schlüssel zu finden, der zu Powells Psyche führt.

Schauspieler:
Anthony Hopkins (Dr. Ethan Powell), Cuba Gooding jr. (Theo Caulder), Donald Sutherland (Ben Hillard), Maura Tierney (Lyn Powell), George Dzundza (Dr. John Murray), John Ashton (Guard Dacks), John Aylward (Warden Keefer)

Regie:
Jon Turteltaub

Drehbuch:
Gerald DiPego

Kamera:
Philippe Rousselot

Musik:
Danny Elfman

Bewertung:
+++++

The War Zone

The War Zone
The War Zone
Drama
GB 1998

Nach dem gleichnamigen Roman von Alexander Stuart

Der 15-jährige Tom wird Zeuge einer Annäherung zwischen seinem Vater und seiner drei Jahre älteren Schwester Jessie. Fortan lässt der Gedanke, ein furchtbares Familiengeheimnis entdeckt zu haben, dem Jungen keine Ruhe mehr … – Die Familie als Kriegsschauplatz

Schauspieler:
Ray Winstone (Vater), Lara Belmont (Jessie), Freddie Cunliffe (Tom), Tilda Swinton (Mutter), Aisling O'Sullivan (Carol), Kate Ashfield (Lucy), Colin J. Farrell (Nick)

Regie:
Tim Roth

Drehbuch:
Alexander Stuart

Kamera:
Seamus McGarvey

Musik:
Simon Boswell

Bewertung:
++++o

Donnerstag, 5. Februar 2009

Eyes Wide Shut



Eyes Wide Shut
Eyes Wide Shut
Drama
USA/GB 1999

Frei nach Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"

Ein amerikanisches Ärzteehepaar durchlebt allerlei erotisch-orgiastische Wunschvorstellungen. "Eyes Wide Shut", der letzte Film des großen Stanley Kubrick, beruht auf Arthur Schnitzlers "Traumnovelle". Ein cineastisches Vergnügen, das während seiner monatelangen Dreharbeiten für die unglaublichsten Klatschgeschichten sorgte. Die Schönste davon: Angeblich wurde eigens ein Sexualtherapeut angeheuert, um das damalige Ehepaar Nicole Kidman und Tom Cruise auf besonders deftige Szenen einzustimmen.

Schauspieler:
Tom Cruise (Doktor William Harford (Bill)), Nicole Kidman (Alice Harford), Madison Eginton (Helena Harford), Jackie Sawiris (Roz), Sydney Pollack (Victor Ziegler), Todd Field (Nick Nightingale), Sky Du Mont (Sándor Szavost)

Regie:
Stanley Kubrick

Drehbuch:
Stanley Kubrick, Frederic Raphael

Kamera:
Larry Smith

Musik:
Jocelyn Pook

Bewertung:
++ooo

Donnerstag, 29. Januar 2009

Das Piano



Das Piano
The Piano
Drama
AUS/F 1992

Die seltsam elegische Gefühlsgeschichte einer Frau, die nicht spricht, dafür aber wunderbar Klavier spielt. Ungefähr zur Hälfte des vorigen Jahrhunderts verlässt sie (Holly Hunter) ihre Heimat England, um im Urwald von Neuseeland zwischen ihrem Mann (Sam Neill) und ihrem Liebhaber (Harvey Keitel) zu sich selbst zu finden. Als erste Frau in der Geschichte des Filmfestivals von Cannes bekam Regisseurin Jane Campion die Goldene Palme.

Schauspieler:
Holly Hunter (Ada), Harvey Keitel (George Baines), Sam Neill (Stewart), Anna Paquin (Flora), Kerry Walker (Tante Morag), Genevieve Lemon (Nessie), Tungia Baker (Hira)

Regie:
Jane Campion

Drehbuch:
Jane Campion

Kamera:
Stuart Dryburgh

Musik:
Michael Nyman

Bewertung:
+++++

Die Unsanfte



Die Unsanfte
Pas Douce
Drama
F/CH 2007

Die junge Krankenschwester Fred ist mit sich und ihrem Leben nicht im Reinen. Sie verströmt eine latente Aggressivität gegen sich und andere. Mit ihrem Vater spricht sie nicht mehr, und ihren Exfreund André stösst sie dauernd vor den Kopf. Als dieser ihr sagt, dass er eine neue Frau kennen gelernt hat, schnappt sie sich ihr Gewehr. Sie will im Wald Selbstmord begehen, wird aber abgelenkt von zwei sich streitenden Knaben. Als der eine auf den anderen losgeht, schiesst sie ihm aus Reflex ins Knie. Der verletzte Marco wird ausgerechnet in jenes Spital eingeliefert, in dem Fred arbeitet. Die geschockte Fred will ihn zuerst nicht pflegen, doch sie ist die Einzige auf der Station, die mit dem verstockten Teenager umgehen kann. Dieser ist extrem wütend und aggressiv. Besonders mit seiner besorgten Mutter Eugenia, welche die Familie verlassen hat und nun in Portugal lebt, will er nichts zu tun haben. Zu Fred aber fasst er Zutrauen, und sie fühlt sich dem Jungen verpflichtet. Auch wenn sie von Schuldgefühlen geplagt wird, öffnen sich ihr durch diese Begegnung neue Lebensperspektiven. Das Drama «Pas douce», der zweite Spielfilm der gebürtigen Baslerin Jeanne Waltz, hat die Filmwelt überrascht. Selten hat man in der Schweiz so eindrückliches Schauspielerkino gesehen, und selten wurde der nasskalte, neblige Jura so stimmungsvoll in Szene gesetzt. Wenn Fred gar nicht mehr mit ihrer Umwelt kommunizieren kann, packt sie nämlich die Schnapsflasche und fährt mit ihrem Fahrrad durch die unwirtliche, winterliche Umgebung von La Chaux-de-Fonds. An sich ist «Pas douce» das Porträt einer unglücklichen, latent aggressiven, jungen Frau. Die Gründe dafür erklärt Jeanne Waltz in ihrem Film nicht, sie interessiert vielmehr der Zustand dieses Gefühls: «Die Geschichte hat sehr viel mit einem Teenagergefühl von mir zu tun, nicht aus sich herauskommen zu können, gewalttätig und selbstzerstörerisch sein zu müssen.» In ihrem zufälligen Opfer Marco sieht Fred sich selber, und so öffnet ihr die Tat eine neue Türe zum Leben. Was «Pas douce» besonders auszeichnet, ist das eindrückliche Spiel der Französin Isild Le Besco, eine eigenartige Schönheit, die hierzulande kaum bekannt ist, in Frankreich aber schon mehrmals für Furore sorgte. Ihr Partner in diesem Psychodrama ist der junge Schweizer Steven de Almeida, der für seine Rolle als bester Nachwuchsdarsteller für den Schweizer Filmpreis nominiert wurde. Gewonnen hat «Pas douce», den etliche Filmkritiker mit den Filmen der Dardenne-Brüder verglichen haben, in Solothurn den Quartz für das beste Drehbuch nebst vielen weiteren internationalen Preisen in San Francisco, Portugal und Schweden.
Krankenschwester Fred verletzt mit ihrem Gewehr ungewollt einen Teenager. Im Spital trifft sie ihn wieder. Eindringliches, preisgekröntes Schweizer Drama mit Isild Le Besco.

Schauspieler:
Isild Le Besco (Fred), Steven de Almeida (Marco), Lio (Marcos Mutter), Yves Verhoeven (Marcos Vater), Christophe Sermet (André), Estelle Bealem (Renate)

Regie:
Jeanne Waltz

Drehbuch:
Jeanne Waltz

Kamera:
Hélène Louvart

Musik:
Cyril Ximenes

Bewertung:
++++o

Im Bett - En la cama



Im Bett - En la cama
En La Cama
Drama
RCH/D 2005

Ein Bett als Arena, als Nabel der Welt, in dem es gleich zur Sache geht: Ein Mann, Bruno, und eine Frau, Daniela, haben sich in ein Hotelzimmer zurückgezogen, um sich ganz dem ungebundenen Sex hinzugeben. Ein One-Night-Stand, ein schnelles Vergnügen - für beide Seiten ohne Konsequenzen. Doch so einfach ist es dann eben doch nicht. Was als flüchtige Nichtigkeit beginnt, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Das austauschbare Zimmer im Stundenhotel wird zu einer Zuflucht vor der Realität. Die beiden entdecken nicht nur ihre Körper gegenseitig, sondern in Gesprächen auch immer mehr von der Welt des anderen. Obwohl sie wissen, dass diese Nacht irgendwann ein Ende haben muss, versuchen sie, die gemeinsame Zeit in die Länge zu ziehen...
Daniela und Bruno, zwei sich vollkommen Fremde, haben sich in ein Hotelzimmer zurückgezogen, um dort ungezwungen Sex miteinander zu haben. Dort geben sie sich vollkommen ihrer Lust hin. Doch was als schnelles Vergnügen beginnt, gewinnt immer mehr an Bedeutung... Für ihre Leistung als Daniela in diesem intensiven Kammerspiel, das mit nur zwei Darstellern glänzt, wurde Blanca Lewin mehrfach ausgezeichnet.

Schauspieler:
Blanca Lewin (Daniela), Gonzalo Valenzuela (Bruno)

Regie:
Matías Bize

Drehbuch:
Julio Rojas

Kamera:
Gabriel Díaz, Christián Castro

Musik:
Diego Fontecilla

Bewertung:
++++o

Dienstag, 27. Januar 2009

Bound – Gefesselt



Bound – Gefesselt
Bound
Erotikdrama
USA 1996

Violet ist mit dem Mafioso Caesar zusammen. Da verliebt sie sich Hals über Kopf in ihre neue Nachbarin Corky, die gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist. Um an das Startkapital für ein neues Leben zu kommen, schmieden die beiden einen durchtriebenen Plan: Sie wollen Caesars Boss ausrauben. – Prickelnde Hochspannung vom Feinsten

Schauspieler:
Jennifer Tilly (Violet), Gina Gershon (Corky), Joe Pantoliano (Caesar), John P. Ryan (Micky Malnato), Christopher Meloni (Johnnie Marzzone), Richard C. Sarafian (Gino Marzzone), Mary Mara (Bartender)

Regie:
Larry Wachowski, Andy Wachowski

Drehbuch:
Larry Wachowski, Andy Wachowski

Kamera:
Bill Pope

Musik:
Don Davis

Bewertung:
+++oo

Montag, 26. Januar 2009

Der Untergang



Der Untergang
Drama
D 2004

Die Hölle ist ein Labyrinth aus engen Gängen und kleinen Zimmern, eine Mischung aus Angstschweiß und Wutausbrüchen. In einem fort hört man die Bomben krachen. Der Russe steht vor Berlin, wenn der „Führer“ jetzt nicht flieht, dann sitzt er in der Falle. Aber Hitler (Bruno Ganz) will nicht. Er lässt Generäle kommen, schiebt Armeen hin und her, die nur in seiner Vorstellung existieren. Die letzten Tage im Führerbunker, inszeniert als intimes Theater des Absurden. Oliver Hirschbiegels Film ist nicht einfach zu verdauen. Aber vielleicht gerade deswegen ein Meisterwerk …

Schauspieler:
Bruno Ganz (Adolf Hitler), Alexandra Maria Lara (Traudl Junge), Corinna Harfouch (Magda Goebbels), Ulrich Matthes (Joseph Goebbels), Juliane Köhler (Eva Braun), Heino Ferch (Albert Speer), Christian Berkel (Professor Schenck)

Regie:
Oliver Hirschbiegel

Drehbuch:
Bernd Eichinger

Kamera:
Rainer Klausmann

Musik:
Stephan Zacharias

Bewertung:
+++++

Antares - Studien der Liebe



Antares - Studien der Liebe
Drama
A 2004

Die verheiratete Eva hat eine Affäre mit Tomasz, einem flüchtigen Bekannten. Dadurch gerät ihr Leben aus den Fugen. Indessen leidet die junge Sonja unter der Untreue ihres Freundes, und die alleinerziehende Nicole wird von ihrem Exmann bedrängt. In entscheidenden Momenten kreuzen sich die Wege der Frauen. – Emotionaler und virtuos inszenierter Schicksalsreigen

Schauspieler:
Petra Morze (Eva), Andreas Patton (Tomasz), Hary Prinz (Alfred), Susanne Wuest (Sonja), Dennis Cubic (Marco), Martina Zinner (Nicle), Andreas Kiendl (Alex)

Regie:
Götz Spielmann

Drehbuch:
Götz Spielmann

Kamera:
Martin Gschlacht

Musik:
Marnix Veenenbos, Walter W. Cikan

Bewertung:
++++o