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Mittwoch, 11. Februar 2009

Lost In La Mancha

Lost In La Mancha
Lost In La Mancha – The Un-Making Of Don Quichotte
Dokumentation
GB/E 2001

Im Sommer 2000 bereitet sich Regiegenie Terry Gilliam in Madrid auf die Dreharbeiten seines neuen Films "The Man Who Killed Don Quichotte" vor, seiner ganz persönlichen Interpretation von Cervantes Klassiker mit Jean Rochefort, Johnny Depp und Vanessa Paradis in den Hauptrollen. Die chaotischen Produktionsbedingungen können Gilliams Begeisterung nicht schmälern. Er hat zehn Jahre für dieses Projekt gekämpft und steht nun kurz vor der Verwirklichung seines Traums. Acht Wochen vor Beginn der Dreharbeiten kommen auch Keith Fulton und Louis Pepe, die Macher von "Lost in La Mancha", nach Madrid - ohne zu ahnen, was dort auf sie zukommen wird. Die Probleme lassen nicht auf sich warten. Die Verständigung im Filmteam scheitert an Sprachschwierigkeiten. Die Schauspieler werden durch andere Projekte aufgehalten, die eigentlich längst abgeschlossen sein sollten. Die Pferde sind schlecht dressiert, und Flugzeuge donnern über den Drehort. Trotzdem bleibt der Enthusiasmus der Truppe ungebrochen. Man schaut sich Probeaufnahmen einer Sequenz an, in der drei riesige Schurken auftreten. Puppenspieler üben eine Szene mit einer lebensgroßen Marionettenarmee. Terry Gilliam und Johnny Depp feilen gemeinsam am Drehbuch. Dann schlüpft Jean Rochefort in die Rüstung des Don Quichotte, und alles scheint bestens. Doch mit dem Dreh beginnen auch die Katastrophen...
Der britische Erfolgsregisseur Terry Gilliam, Mitglied der legendären Komiker-Truppe Monty Python, versuchte im Sommer des Jahres 2000, Cervantes Epos "Don Quichote" mit Staraufgebote zu verfilmen. Es sollte die Verwirklichung eines Lebenstraums werden. Der außergewöhnliche Dokumentarfilm zeigt, wie Gilliam sich an seinem Alter Ego Don Quichotte misst - und scheitert. Anstelle eines netten Making-of präsentieren die Filmemacher Keith Fulton und Louis Pepe die ungeschminkte Wirklichkeit der Dreharbeiten mit all ihren Widrigkeiten. Entstanden ist eine geglückte Dokumentation über einen verunglückten Film und vermutlich das erste filmische Dokument über das Scheitern einer Superproduktion.

Schauspieler:
Jeff Bridges (Erzähler), Jean Rochefort (Don Quichotte), Terry Gilliam, Johnny Depp, Vanessa Paradis

Gäste:
Johnny Depp, Vanessa Paradis, Jeff Bridges, Terry Gilliam, Jean Rochefort

Regie:
Keith Fulton, Louis Pepe

Drehbuch:
Keith Fulton, Louis Pepe

Kamera:
Keith Fulton, Louis Pepe

Musik:
Miriam Cutler

Bewertung:
++++o

Dienstag, 10. Februar 2009

Mogadischu

Mogadischu
Dokumentation
D 2009

Am 13. Oktober 1977 entführten palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine "Landshut", um prominente Mitglieder der deutschen RAF aus dem Stuttgarter Gefängnis Stammheim freizupressen. Die Flugzeugentführer zwangen Flugkapitän Schumann von Mallorca über Rom, Larnaka, Bahrain, Dubai nach Aden zu fliegen, wo sie den Kapitän erschossen. Copilot Jürgen Vietor flog dann nach Mogadischu weiter. Die deutsche Regierung unter Kanzler Helmut Schmidt ließ sich nicht erpressen. Sie schickte die Eingreiftruppe GSG 9 nach Somalia, die die Entführer überwältigte und die Geiseln befreite. Eine aufwendige Verfilmung der Ereignisse war am 30. November 2008 in der ARD zu sehen. Es folgte ein Dokumentarfilm zum gleichen Thema. Aus dem Recherchematerial und nicht gezeigten Filmszenen realisierte Filmemacher Maurice Philip Remy ein Doku-Drama von beeindruckender Authentizität.

Die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" durch ein palästinensisches Terrorkommando am 13. Oktober 1977 war der Wendepunkt im sogenannten Deutschen Herbst. Die fünftägige Odyssee des gekaperten Flugzeugs von Mallorca über Rom, Larnaka, Bahrain, Dubai und Aden bis nach Mogadischu war eines der prägenden Ereignisse in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik. So wie die Befreiung der 86 Geiseln durch die deutsche Elitetruppe GSG 9 auf dem Flughafen der somalischen Hauptstadt als Bewährungsprobe der deutschen Demokratie, als Sieg über den mörderischen Terror deutscher Terroristen gilt, die den Staat erschüttern wollten.
Mit großem Aufwand wurde dieses Ereignis für den ARD-Fernsehfilm "Mogadischu" verfilmt und am 30. November 2008 ausgestrahlt. Presse und Publikum lobten die filmische Rekonstruktion der dramatischen Ereignisse gleichermaßen. Als Begleitprogramm zeigte die ARD einen Dokumentarfilm, die in klassischer Form über die Flugzeugentführung berichtete.
Autor des Fernsehfilmdrehbuchs und des Dokumentarfilms ist Maurice Philip Remy. Mit ihm wagte ARTE nun ein ungewöhnliches Experiment. Auf der Basis von über 100 Stunden gedrehtem Filmmaterial für "Mogadischu" - Regie: Roland Suso Richter, Kamera: Holly Fink - sowie der in jahrelanger Arbeit zusammengetragenen Materialien für den Dokumentarfilm erarbeitete Remy für ARTE ein Doku-Drama.
"Das sind einfach traumhafte Voraussetzungen", so Remy, "die Outtakes aus einer Sechs-Millionen-Produktion für ein Doku-Drama verwenden zu können. Wir zeigen keine Dialoge und haben vor allem distanzierte Szenen ausgewählt; aber selbst das ist einfach unglaublich packend und authentisch!"
Zu sehen sind auch zahlreiche Szenen, die im Fernsehfilm nicht gezeigt werden. Außerdem Filmaufnahmen und Interviews, die in der kurzen Dokumentation keinen Platz gefunden haben. Einige der Gesprächspartner haben zum ersten Mal vor einer Kamera über die dramatischen Ereignisse vom Oktober 1977 gesprochen, so die Chefstewardess Hannelore Brauchart oder die Witwe von Flugkapitän Jürgen Schumann, der sich in Aden für seine Passagiere geopfert hat. Außerdem kommen weitere Geiseln zu Wort, Politiker des Bonner Krisenstabs, Vertreter des Auswärtigen Amtes und der Kommandeur der GSG 9, General Ulrich Wegener.

Regie:
Maurice Philip Remy

Montag, 1. Dezember 2008

Super Size Me



Super Size Me
Super Size Me
Dokumentation
USA 2003

Was passiert, wenn sich ein amerikanischer Durchschnittsbürger 30 Tage lang ausschließlich von Fast Food ernährt? Der Dokumentarfilmer Morgan Spurlock ist dieser Frage unter persönlichem Einsatz auf den Grund gegangen. Das Ergebnis präsentiert er in einem, mit mundgerechten Informationshappen gespickten Film, der selbst hart gesottenen Fast Food-Anhängern das Grauen lehrt.

Schauspieler:
Morgan Spurlock

Regie:
Morgan Spurlock

Drehbuch:
Morgan Spurlock

Musik:
Doug Ray

Bewertung:
+++++

Montag, 24. November 2008

Japan-Bondage

Japan-Bondage
Dokumentation
F 2006

Die Kunst des Fesselns
Eine junge Frau geht durch einen japanischen Garten zu einem traditionellen Haus. Bevor sie es betritt, zieht sie langsam ihre Schuhe aus. Drinnen begrüßt sie respektvoll der "Meister", ein würdevoller Mann von ungefähr 60 Jahren. Kaum ist das Begrüßungsritual vorüber, beginnt der Meister, Seile in immer komplexeren Anordnungen um den Körper der Frau zu winden. Sie ist dabei zunächst bekleidet, dann sind ihre Brüste und schließlich ihr ganzer Körper enthüllt. Fachmännisch löst der Meister die Seile, verknotet sie neu und zwingt die Frau damit in die unwahrscheinlichsten Posen. Während des gesamten Rituals herrscht gespannte Stille, die Zeit scheint still zu stehen. Es fällt kein Wort, kein Ton ist zu hören. Nach jeder neuen Anordnung der Seile betrachtet der Meister sein Werk. Sekunden später befreit er die Frau aus den Seilen, ihr nackter Körper ruht auf dem Boden. Und beginnt dann das Spiel von vorne?

Regie:
Xavier Brillat

Bewertung: +++++